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C O N T E N T
BLOODY TANGO

Sie hieß Carmen und sie sah so aus, wie man sich eine Carmen vorstellte: Schwarze lange Haare, ein wenig südländisches Aussehen, eine rassige Frau mit Klasse. Sie schien ein wenig unnahbar zu sein; mit Stolz im Blick und unbezähmbarer Erotik in jedem Schritt. Kaum einer ahnte, dass es einen Mann gab, allein auf dessen Blick hin Carmen auf ihre Knie sank, dessen Schuhe sie küssen würde, wenn er es nur andeutete, dessen Sklavin sie mit Stolz war. Er bestimmte über sie, er entschied, wann sie wie gekleidet zu sein hatte, ob sie Jeans tragen durfte oder den knappsten Mini. In der letzten Zeit bestand er fast immer darauf, dass sie keinen String trug, anfangs kostete sie das Überwindung, mittlerweile war es fast normal für sie geworden. Deshalb war sie ein wenig verwundert, als sie in der ihr bekannten Schrift las: Zieh an, was ich dir hingelegt habe und mach dich schön für mich... Denn neben dem kurzen Brief lagen die rote Corsage mit den schwarzen Nylons, die schwarzen Heels, die langen Handschuhe und der rote String, zugegeben, er war knapp, aber immerhin. Doch die Zeit mit ihm hatte sie gelehrt, seine Wünsche zu erfüllen. So war sie schnell fertig und wartete auf ihn.

Kurze Zeit, nachdem sie sich gestylt hatte, stieg er aus dem BMW. Mit einem Lächeln ging er auf sie zu, schaute sie kurz an und meinte knapp: „Schick!“ Gleichzeitig warf er ihr ein Päckchen zu und rief ihr beim Vorbeigehen zu: „Zieh das an Süße, wir gehen in fünf Minuten!“ Sie packte aus und – wow! – ein sexy Kleid kam zum Vorschein. Ein Kleid  verführerischem Rot, knapp geschnitten und stellenweise sehr durchscheinend. Schnell zog sie es an und bedankte sich artig mit einem gehauchten Kuss bei ihm.

Er ließ sie ins Auto einsteigen und fuhr ohne ein Wort zu sagen los. Nach 20 Minuten hielt er vor einer noblen Villa an und reichte ihr zwei Karten, auf denen sie las: Tango-Night. Sie strahlte. Endlich wieder einmal tanzen. „Danke“, flüsterte sie beim Aussteigen. Sie betraten die Villa und dann den Tangosaal. Traumhaftes Ambiente. Eine Ausstattung in schwarz und rot, sicher kein billiger Laden. Einige Paare warn schon auf der Tanzfläche, sie setzten sich zunächst an einen Tisch am Rand. Carmen war begeistert. Da erlosch plötzlich das Licht, er griff nach ihrer Hand und führte sie fast blind auf die Tanzfläche.

Dann Tangomusik und ein Spot auf die beiden. Perfekt führte er sie zur Tangomusik. Diese Musik erregte sie, seine Berührungen ließen sie schneller atmen. Dass rings um die Fläche Menschen standen, die ihre Bewegungen verfolgten, die das erotische Spiel des Tango beobachteten, nahm sie nicht wahr – und wenn, dann genoss sie es. Sie tanzte wie in Trance. Auf einmal mitten in der Bewegung ein Ruck, ein unbekanntes Geräusch: Er hatte ihr Kleid vom Körper gerissen. Bruchteile von Sekunden stand alles in ihr still. Nah an ihrem Ohr flüsterte er: „Tanz weiter...“ Ihr Blick verriet kurzzeitig den Versuch einer Weigerung, doch sein Blick gewann, sie tanzte – die Menge klatschte. Er zog sie an sich, schob sie fort im heißen Rhythmus des Tango – plötzlich beim kurzzeitigen Lösen von ihr, eine schnelle Bewegung von ihm, ein Griff ins Dunkel. Seine nächste Bewegung aus dem Handgelenk erzeugte einen zischenden Ton, Bruchteile von Sekunden später wickelte sich eine lange schwarze Lederpeitsche schmerzhaft um ihren Körper. Mit einem Ruck an der Peitsche zog er sie an sich heran, stoppte kurz und fast in der Musik untergehend hörte sie ihn: „Das Carmen ist Tango...“ Ihre Augen verrieten Wut, sie sprühten vor Zorn, doch schon wieder landete die Peitsche im Takt auf ihrem Körper und verursachte auf ihrem Hintern einen scharfen Schmerz. Wieder zog er sie an sich heran, griff in ihre langen Haare, riss sie nach hinten und rief ihr zu: „Zeig mir, wie heiß du auf Tango bist.“ Sie wollte ihm ein nein entgegenschleudern, als die Peitsche schon wieder ihren Körper traf, diesmal an den Beinen. Sie strauchelte und berührte mit ihren Knien den Boden. Im Takt der Musik glitt er zu ihr hinüber, nahm ihre Hand, riss sie nach oben, zog sie an sich heran, schob sie von sich weg und wieder zischte die Peitsche durch die Luft. Ihre Augen sprühten noch immer vor Zorn und gleichzeitig vor Erregung. Als er ihr das nächste Mal nahe kam, fasste er blitzartig zwischen ihre Beine und riss den String herunter, seine Hand schob sich zu ihrem feuchten Lustzentrum, aber er ließ es nicht zu, dass sie den Griff genießen konnte. Wieder schob er sie fort und wieder holte die sich um ihren Körper wickelnde Peitsche sie zurück. Die Menge jubelte noch immer, ihre Haut war schweißnass und nicht nur wegen der schnellen Bewegungen, die er forderte. Noch Minuten ging das erotische Spiel des Tango, dann plötzlich verstummte die Musik, das Licht erlosch und er ergriff ihre Hand, die sie ihm trotz oder gerade wegen der letzten Minuten nicht verweigerte.

Er führte sie an den Rand des Raumes, wo sie im schwachen Licht auf einem Tisch noch einmal das traumhafte rote Kleid liegen sah. Nun war er es, der ihr einen Kuss auf die Stirn hauchte und „Danke für den Tango“, flüsterte. Mit flinken Bewegungen streifte sie das Kleid über und genoss es einfach, wie er sie, die stolze Carmen, durch die Menge hindurch, beschützend zu ihrem Tisch führte und dann spanischen Rotwein bestellte – „bloody tango“ stand auf der Flasche.

© der_sir_m

5.3.08 08:56
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


SweetLady (5.3.08 14:00)
Wie immer unglaublich und berauschend.
Das ist faszinierend. Vielen Dank für diese Geschichte
Jess


liena (5.3.08 14:16)
bezaubernd...so tango zu tanzen...

danke für deine geschichten
liena

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