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C O N T E N T
DIE TANZLEHRERIN

Er war das erste Mal in diesem Club aber es würde nicht das letzte Mal sein. Ein gehobenes Ambiente und ein besonderes Flair – das gefiel ihm. Schon die Lage: 21. Etage eines Hochhauses mit einem genialen Blick über die Stadt. Irgendwie war er in diesen Tanzkurs geraten. Als er nur seinen Cocktail am Fenster genießen wollte, hatte sie ihn angesprochen – sie sei die Tanzlehrerin und in 20 Minuten ginge der Kurs los. Zunächst hatte er den Irrtum aufklären wollen, aber dann entschied er sich anders, auch wenn er einen Tanzkurs wohl nicht nötig hätte.

 

Er musste ein wenig aufpassen, dass die schöne Tanzlehrerin nicht zu schnell feststellte, dass er unmöglich in den Anfängerkurs gehören konnte. So passierte ihm ab und an ein Fehler, den er gern von der schönen Lady korrigieren ließ, die sich mit: „Ich heiße Jana und bin Ihre Tanzlehrerin“, vorgestellt hatte. Jana hatte dunkle Haare, die sie ladylike hochgesteckt trug, ihr Tanzkleid betonte ihre Figur und ihre Heels verlängerten ihre Beine noch einmal.

Er mochte sie irgendwie und auch sie schenkte ihm ab und an ein Lächeln. Die 90 Minuten des ersten Tanzkurses waren schnell vergangen, der Saal leerte sich schnell, die meisten hatten Tanzen als Sport doch unterschätzt.

 

Jana schaltete das helle Licht aus, so dass nur noch ein kleiner Bereich des Saales beleuchtet war und sortierte ihre Papiere noch ein wenig. Plötzlich erklang Tangomusik, sie drehte sich um und im gleichen Moment griff er nach ihr. Schon sein Blick ließ kaum eine Gegenwehr zu. Mit einer Hand griff er in ihr Haar und zerstörte ihre Hochsteckfrisur. Ihre langen Haare fielen locker über ihre Schultern. „So siehst du viel schöner aus“, flüsterte er. Ihre Stimme zitterte, als sie fragte: „W...was wol...len Sie v...on mir?“ „Nichts“, sagte er, „nichts, das du mir nicht freiwillig gibst.“ Im selben Moment ließ er sie los und ging einige Schritte zurück. „Wir üben jetzt ein wenig“, hörte sie ihn sagen, „zieh die Schuhe aus.“ Sie schüttelte den Kopf, langsam aber deutlich. Er ging langsam zum CD-Player und drehte die Musik lauter. Als er sich umdrehte, hatte er – woher er die auch immer hatte – eine Peitsche in der Hand. „Weißt du, was man damit macht?“ fragte er und gab dann selbst die Antwort, „man zähmt Raubkatzen...“ Sie hörte ein unheimliches schneidendes Geräusch und spürte gleichzeitig, wie das dünne Leder der Peitsche sich schmerzhaft um ihren Körper wickelte. Er ließ ihren Aufschrei verklingen und wiederholte dann: „Zieh die Schuhe aus!“ Zitternd beugte sie sich nach unten und öffnete die Riemchen ihrer Heels, langsam streifte sie die Schuhe ab, richtete sich wieder auf und schaute ihn an, der nun wieder vor ihr stand. Immer noch hielt er diese Dressurpeitsche in der Hand. „Hoch, auf die Zehenspitzen“, sagte er bestimmt. Sie sah auf die Peitsche und drückte sich nach oben. Er griff nach einer auf dem Boden stehende Tüte und ließ mit leichtem Schütteln, Reißnägel auf den Boden fallen; mit seinem Fuß schob er die unter ihre gestreckten Füße. „So, jetzt die Arme zur Seite strecken, halte dich schön gespannt, von den Fußspitzen bis in die Fingerspitzen.“ Langsam kam sie seiner Aufforderung nach. Sie spürte, dass er hinter ihr stand und dann spürte sie seine Hand, die ihren Kopf an den Haaren nach hinten zog und hörte sein Flüstern: „Jetzt, Jana, so war doch dein Name, werde ich erleben, wie lange eine trainierte Tänzerin Körperspannung bewahrt.“ Dann ließ er ihr Haar los, trat ruhig vor sie und lehnte sich an die im Raum stehende Säule. Lächelnd schaute er auf seine Uhr...

 

Nach wenigen Minuten sah er, was er sehen wollte – ihre Muskeln begannen zu zittern. Ihre Mundwinkel verzogen sich langsam, die Muskeln vibrierten immer mehr. „Immer lächeln Jana, immer lächeln“, sagte er, „das weißt du doch...“ Sie mühte sich und keinesfalls würde sie ihm diesen Erfolg gönnen – doch irgendwann siegte die Schwerkraft gegen ihre Muskeln, die Füße sanken nach unten, die Fußsohlen berührten die Reißnägel, ein Schmerzenslaut entfuhr ihr. Als sie sich wieder auf die Zehenspitzen gedrückt hatte, konnte man die ersten Tränen aus ihren Augen fließen sehen. „Bitte“, flüsterte sie, „ich kann nicht mehr...“ Er schüttelte den Kopf als er sagte: „Ich weiß doch, dass es dich erregt, deine Grenzen zu spüren.“ Gerade als sie etwas antworten wollte, griff er nach ihrem Gesicht und küsste ihre Lippen. Sie wusste nicht warum, aber sie ließ es geschehen. Und – sie spürte, dass er Recht hatte: Sie war nicht nur feucht zwischen ihren Beinen – sie war nass, einfach tropfnass und sie hoffte, dass er es nicht merkte.

 

Nach einem langen intensiven Kuss löste er seine Lippen von den ihren und flüsterte: „Jetzt darfst du dir deine Schuhe wieder anziehen.“ Wortlos aber immer noch zitternd tat sie genau das. Sie wusste nicht wirklich, warum aber nachdem sie ihre Schuhe wieder angezogen hatte, fragte sie: „Darf ich meine Haare wieder hochstecken?“ Er nickte nur, reichte ihr ein kleines Schächtelchen und ging – wortlos.

 

Sie schaute ihm nach – fassungslos und irgendwie sehnsüchtig als sie wie im Traum die Schachtel öffnete. Darin war ein Ring – und erst auf den zweiten Blick wurde ihr bewusst, dass dies kein Ring für ihre Finger war. Er hatte ihr einen goldenen mit einem Diamanten besetzten Ring geschenkt, der für ein Piercing an ihrer geheimsten Stelle gedacht war. Erst jetzt las sie die Worte, die dazu standen: ‚Mach dich schön für mich.’ Was bildete der Mann sich ein?

 

Den Weg heim ging sie wie in Trance und verschwand nach einem guten Glas Rotwein schnell im Bett. Als sie am Morgen erwachte, fiel ihr Blick wieder auf die kleine Schachtel.


Dann griff sie zum Telefon, wählte die Auskunft und bat um eine bestimmte Telefonnummer – sie würde sich schön machen für ihn, ihre Entscheidung war gefallen.

 

© der_sir_m

8.1.09 17:44
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


xenja (11.12.09 23:19)
hallo

eine sehr interessante geschichte, die leider viel zu früh zu ende ist *schmunzel

gruß

xenja

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